Heldentaten und Anekdoten unserer Brandschatzung am ersten Wochenende im Februar Drucken
Geschrieben von: Florian Gras   
Dienstag, den 03. Februar 2009 um 14:57 Uhr
Nachdem wir im letzten Jahr eine bittere Niederlage irgendwo in der Nähe der sibirischen See einstecken mussten, haben wir uns erst einmal in die heimischen Gefilde zurückgezogen, um uns einen ordentlichen Winterspeck anzulegen, was dem ein oder anderen auch sichtlich gut gelungen ist.

Zusätzlich haben wir unseren Kapitän Thilo in den Süden geschickt, da er es nur unter Männern nicht mehr ausgehalten hat, wie sein inflationär gebrauchter Spruch: „da rast' ich aus!“ belegt. Nebenbei sollte er dort, bei den recht erfolgreichen Bayern, neue Strategien und Schlachtpläne ausspionieren. Die fehlende Führungsstruktur zu Hause merkte man uns an. Bei den wöchentlichen Vorbereitungstreffen auf unsere nächsten Raubzüge herrschte völlige Anarchie. Dennoch konnten wir uns am 01.02.2009 in den gefühlten Nachstunden aufraffen, erneut Segel zu setzen, um unser räuberisches Glück wiederholt auf die Probe zu stellen. Wir hatten uns ein kleine, aber laut Aufzeichnungen unseres Ältestenrates, überaus Hockey verrückte Festung an der Elbe namens Osternienburg ausgesucht.

Neben einer unserer altbewährten Koggen, erschien Till zur weiteren Motivation mit einem nagelneuen Boot, was uns zusätzlich motivierte. Wo er dieses Schiff erstanden hatte, wollte lieber keiner von uns wissen. Beim Verlassen der heimischen Binnengewässer fanden wir unseren letzten Mitstreiter völlig übernächtigt zwischen den Lobedaer Befestigungsposten herumtorkelnd. Unklar  darüber, ob er eine Verstärkung oder in diesem Zustand nur zusätzlicher Ballast sein würde, nahmen wir ihn im Sinne der mannschaftlichen Geschlossenheit aber dennoch mit.

Kurz nach Erreichen der hohen See standen beide Boote voll im Wind und steuerten ungewöhnt zielstrebig Richtung Osternienburg. Dieses lag vielleicht daran, dass unser Navigator Björn diesmal nicht seine neumodische kleine Box mit integrierten Karten, Seekompass und irgendwelchen penetranten Kinderkommentaren mitführte.

Am Ziel angekommen, schickten wir unseren Kundschafter Benni mit einer Signalpfeife ausgestattet zu ersten Erkundungen auf das Schlachtfeld. Die örtlichen Strömungen und alkoholischen  Seitenwinde wurden dort bereits unserem Nachbarn Erfurt zum Verhängnis. Mit völlig zerstörten Schiffen durch 14 Einschläge bei nur 2 eigenen Treffern zog sich die Mannschaft demoralisiert zurück. Nun lag es an uns, die Thüringer Ehre zu verteidigen. Auf dem Weg zur Erstürmung der gegnerischen Festung kam uns das Leipziger Allerlei in die Quere. Kurz vor diesem Seegefecht ließen sich Maurice und Flo, angelockt durch eine ranzige Briese, zur Stärkung mit einer gammeligen Seegurke mit miefig riechendem Kartoffelgras  hinreißen. Was allerdings Markus zu sich genommen hatte,  war nicht mehr zu eruieren, als er sich 20 Sekunden vor Spielbeginn auf die übel riechende Boardtoilette verabschiedete und diese zu seinem Hauptaufenthaltsort machte. So war er auch während des Gefechtes auf einmal nicht mehr auf seinen Posten, so dass Stefan einspringen musste.

Gegen die alterschwachen Koggen der Leipziger hatten wir unerwartet viel Mühe. Kurz vor Schluss musste selbst unser letzter Mann Björn verwegen eingreifen, um unsere Schatztruhe zu verteidigen. Hierbei schwang er seinen Säbel allerdings etwas unkontrolliert, wodurch unsere Kogge Schlagseite erlitt. Nur durch die Positionierung von allen 6 Mann in, beziehungsweise neben, der Schatztruhe und einer gleichzeitigen gemeinsamen Attacke, konnten wir einen drohenden Untergang vermeiden. Hinzu kam der Übermut unseres Gegners, die ihren bestausgestatteten Seemann eine Pause gönnten und ihn gegen einen nur mit einem Neonhemd bekleideten neuen Mann eintauschten. Wahrscheinlich wollten sie uns durch diese Signalfarbe blenden. Wir ließen uns aber nicht beirren und so traf der finale Schlag von Till ins Schwarze und eben nicht auf das entgegenstürmende Neonhemd, was uns die ersten 3 Goldtaler bescherte.

Beim Aktualisieren unserer Seekarten und Vervollständigen unserer Reiseaufzeichnungen ging uns dann kurzfristig die Tinte aus. Unser offizieller Schriftführer Markus hatte keinen Ersatz dabei! Dafür war auf unseren Nähmeister Maurice Verlass. Genauso souverän, wie er unser neues Outfit organisiert hatte,  zauberte er noch ein kleines Tintenfass aus seiner Tasche.

Zur Stärkung vor der eigentlichen Erstürmung der feindlichen Bastion, segelten wir noch kurz auf die Insel Mc. Aus Erfahrung gab es dort noch genügend Zuckersirup und das ein oder andere Rind. Es gibt doch nichts Schöneres als seinen wohlverdienten Sonntag dort zu verbringen. Aufgrund der postprandialen Müdigkeit nach diesem Festmahl, musste ein Großteil der Mannschaft erst einmal  ein kleines Verdauungsnickerchen in den Kajüten einlegen. Mit entsprechenden Verspannungen aufgrund der harten Holzpritschen traten wir zum finalen Gefecht an. Nachdem wir im letzten Jahr durch die überalterten Seefahrer von O´burg eine bittere Niederlage einstecken mussten, waren wir auf  Revanche aus. Doch stand uns diesmal Ihr Nachwuchs gegenüber. Bereits vor dem Spiel war der in Orange gekleidete allmächtige Neptun, König der Meere, erbost über die weiße Takelage der Masten auf beiden Seiten. Erst durch einen Farbwechsel der Stutzen konnte die gegnerische Flotte in See stechen. Technisch sehr versiert und mit neusten Seefahrerstrategien ausgestattet, lieferten uns diese ein spannendes Duell. Im Verlaufe der Auseinandersetzung wechselte die Überlegenheit auf See mehrmals. Dieses lag aber auch wesentlich an Neptun der völlig unvorhersehbar, dafür aber ziemlich konstant, Einfluss auf das Spiel nahm. Erfreulicherweise zahlte sich die schöpferische Pause von Markus im ersten Spiel aus, denn er brachte uns durch sein erstes Saisontor auf die Siegerstraße. Ob wir Ihn nun als Joker das erste Spiel über immer auf der Toilette verstecken sollten, wird intern noch heftig diskutiert. Kurz vor Schluss schien das Duell somit entschieden. Wir hatten uns strategisch gut positioniert. Es fehlte nur noch der finale Kanonenschlag in die gegnerischen Reihen. Doch anstatt diese letzte Kanonenkugel abzufeuern, spielte Till mit dieser lieber in der Ecke des Schlachtfeldes. Umzingelt von mehreren gegnerischen Seeleuten musste er diese dann auch schließlich, unter erneuter Mithilfe von Neptun, abgeben. Nun hieß es ein letztes Mal, sich strategisch neu zu positionieren. Während O´burg sich kreisförmig um uns stellte, bündelten wir all unsere Kräfte,  neben der eigenen Schatztruhe, nahmen allen Mut zusammen und rannten alle wie von der Tarantel gestochen dem Gegner entgehen. Völlig erschrocken von diesem Ansturm verschossen die gegnerischen Reihen die letzte Kugel, wodurch wir als Sieger vom Feld gingen. Auf einmal wurde aus dem starken Seitenwind neben dem Spielfeld nur noch ein laues Lüftchen. Mit 6 Goldnuggets in der Tasche traten wir den Rückweg an die Saale an. Aufgrund dieser vollen Ausbeute beschlossen wir an unserer erfolgreichen Vorbereitung nichts zu ändern und setzten unseren Trainer, zu Hause angekommen, am Lobedaer Festungsgraben aus und schickten ihn mit dem nächsten Segelschiff  zurück nach Bayern. Für diese Strategie musste er allerdings einen hohen Preis zahlen, wie Gerüchte in heimischen Gefilden erzählen. So sollen ihn Mitreisende mit grünem Gesicht über die Rehling hängend gesehen haben. Ob ihm für diese langen Strecken die Seetauglichkeit fehlt, wird er uns bei der nächsten Rückkehr erzählen müssen.

Auf jeden Fall hoffen wir, dass er sich bis zu unserer nächsten Auseinandersetzung wieder regeneriert hat und rechtzeitig zu uns zurückfindet. Für den 14.02.2009 haben sich bereits feindliche Flotten angekündigt, um zuerst bei unseren Thüringer Nachbarn zu wildern, bevor Sie dann am 01.03.2009 unsere Jenenser Festung erstürmen wollen. Wir hoffen dann, auf tatkräftige Unterstützung aus der Bevölkerung.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 24. Oktober 2010 um 13:10 Uhr
 

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