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Geschrieben von: Sebastian Kersten   

Entwicklung des Hockeysports
in Deutschland, Thüringen und insbesondere in Jena

Die ersten Hockey-Vereine in Deutschland wurden 1898 in Hamburg (1. Hamburger Hockey-Club, später Uhlenhorster Hockey-Club) und in Berlin (Berliner Damen-Hockey-Club) gegründet. Hockey oder auch „Stockballspiel“ genannt, wurde in der damaligen Zeit als Ausgleichssport für Tennis in den Monaten Nov./Dez. und Feb./März durchgeführt.


1909 Gründung des Deutschen Hockey-Bundes (DHB).
1911 (im November)       Gründung VfB-Jena (Verein für Bewegungsspiele mit Leichtathletik, Fußball u. Hockey, auf Wöllnitzer Wiesen),
Gründer und Förderer: Eugen Popp, Dr. Willi Völker, Otto Leonhardt, Götting, Hans Rudolph, Walter Männel.


Der VfB Jena ist damit der älteste Jenaer Hockey-Verein.
Der 1. Thüringer Hockey-Verein der Sport-Club Erfurt (SC Erfurt) wurde nur geringfügig eher, am 26.10.1911gegründet.
Das erste Hockeyspiel in Thüringen fand am 10.12.1911 in Jena zwischen dem VfB Jena und SC Erfurt (1:1) statt.

Gründer des VfB Jena Eugen Popp
Gründer des VfB Jena Eugen Popp


Nach dem VfB Jena wurde 1911 ein weiterer Jenaer Hockey-Verein, ATV Gothania Jena, gegründet, dessen Wirken aber nur bis etwa 1914 nachweisbar ist.
Damenhockey wurde bis 1914 als unschicklich und unmoralisch angesehen.
Weitere bemerkenswerte Daten aus jener Zeit:
1913 (25.10.)                 Gründung des Thüringer Hockeyverbandes „Thüringer Hockeybund“ in
Weimar.
1914 1. Thüringer Feldhockeymeisterschaft der Herren (1. VfB Jena,
2. SC Erfurt, 3. HC Weißenfels)
1918 (im März)              Gründung der Hockey-Abteilung des 1. Sportverein (SV) 1901 Jena
(Sportplatz „Ernst Abbe-Sportfeld“; Bestehen bis 1945)
1923 Gründung Hockey-Abteilung im Turnverein Wenigenjena
mit 12 Spielern vom 1. Sportverein Jena, Sportplatz unter dem Jenzig.
Namhafte Persönlichkeiten des TV Wenigenjena: Karl u. Max Mehlig,
Otto Dreßler, Alfred Lemnitz, Franz Hofmann und Georg Reng.
1923 wird auch als das Jahr des Beginns der „1. Blütezeit“ des Hockeys in Deutschland (1923 bis 1933) bezeichnet.
1928 Beitritt des DHB in Weltverband Federation Internationale de Hockey (FIH).

Namen Jenaer Hockeyspieler die in Thüringer Auswahlmannschaften eingesetzt wurden:
VfB Jena: Hug, Dr. Feigl, Gorges, Dr. Rudolf, Dr. Völker.
1. SV Jena: Naumann, Braungardt, Burghardt, Eckhart, Keller I, Keller II, Klee,
Schwarz, Tresselt, Wuttke.
TV Wenigenjena: Mehlig.
1926 (28./29.08.)           1. Thüringer Hockey-Damentreffen in Apolda (1. Platz: THC Apolda)
Alle 3 Jenaer Hockey-Vereine besaßen in dieser Zeit Damenmannschaften.
1927 (20.03.)                Bildung einer Thüringenauswahl für Damen in Erfurt durch
Sichtungsspiel.
Spielerinnen aus Jena in der Thüringenauswahl:
VfB Jena: Hanf, Weymann, Sebastian, Hohmann, Cordes.
1. SV Jena: Dietze, Wolfram, Wutschka.
TV Wenigenjena: Backhaus, Köhler, Müller.
1927 (20.03.)                2. Thüringer Hockey-Damentreffen in Erfurt (1. Platz: 1. SV Jena)

1927 zählte man in Thüringen 28 Hockeyvereine mit 1108 Mitgliedern, wobei auch seit Anfang der 20iger Jahre Jugendmannschaften ihre Schläger kreuzten.
1936     erste Deutsche Meisterschaften im Hockey für Männer (1939 Damen).
1928 wurde Dr. Götting vom VfB Jena zum Jugendwart des Dt. Hockeyverbandes gewählt.

Ausdruck des guten Hockeyspiels in Deutschland bis 1945 waren 1928 der Gewinn der Olympischen Bronzemedaille in Amsterdam (Herren) und 1936 der Gewinn der Olympischen Silbermedaille in Berlin (Herren).
Entwicklung nach 1945:

Kurz nach Kriegsende des 2. Weltkrieges war Hockey nur auf kommunaler Ebene in der sowjetischen Besatzungszone erlaubt, ab 1946 über die Kreisgrenzen hinaus. 1947/48 bildeten sich „Sparten-Hockey“ in den Ländern, so auch in Thüringen. Die erste und einzige Meisterschaft der sowjet. Besatzungszone wurde am 12.06.1949 in Köthen ausgetragen.

1948/49 BSG Schott-Ost Jena, ab 1950 BSG Chemie Jena
1948/49 BSG Mechanik Jena, ab 1950 BSG Motor Zeiß Jena
1948 Turnier zum 25jähr. Bestehen des TV Wenigenjena.
Beginn Spielbetrieb bei den Damen und Herren wieder ab 1949 (z.B. Damen Okt./1949 Motor Zeiß Jena – KWU Erfurt  4:0).
1951 wurden die ersten Thüringer Landesmeisterschaften in der Halle ausgetragen, die ersten Meister waren: Damen, Herren u. weibl. Jugend – BSG Motor Zeiß Jena, männl. Jugend – BSG KWU Erfurt. Erste DDR-Meister im Hallenhockey wurde 1951 bei Damen u. Herren Einheit Ost Leipzig.
1951 existierten in Jena 2 Hockey-Vereine: BSG Motor Zeiß Jena und BSG Chemie Jena mit mehreren Mannschaften.
1952 wurden bis dahin letztmalig die Thüringer Landesmeisterschaften ausgetragen, da ab 1952 die Bildung von 14 Bezirken anstelle von 6 Ländern in der DDR erfolgte. Gleichzeitig wurden die Hockey-Landesverbände in BFA’s (Bezirksfachauschüsse) umgewandelt. Nachdem noch 1951/52 in einer DS-Liga gespielt wurde, erfolgte ab 1952/53 der Spielbetrieb in DDR-Oberligen.
1953 kam es zur Gründung von Leistungssportzentren im Hockey, so erfolgte in Jena neben den bestehenden Vereinen die Gründung des SC Motor Jena.
Ab 1956 wurden Pokalspiele in der DDR ausgetragen.
1958 Gründung des Deutschen Hockey-Sportverbandes der DDR (DHSV).

Folgende DDR-Meistertitel wurden durch Jenaer Hockey-Mannschaften errungen:

Hallenhockey   /Damen: 1952 BSG Motor Zeiss Jena

1958 bis 1961 SC Motor Jena

1964 SC Motor Jena

1968 BSG Motor Carl Zeiss Jena
Hallenhockey/Herren 1961, 1962 SC Motor Jena

1964 bis 1966 SC Motor Jena
Hallenhockey/männl. Jug. 1955 BSG Motor Zeiss Jena
Feldhockey/Damen 1954, 1955 BSG Motor Zeiss Jena

1959 bis 1961 SC Motor Jena

1963, 1964 SC Motor Jena

1965 bis 1969 BSG Motor Carl Zeiss Jena
Feldhockey/Herren 1955 bis 1958 SC Motor Jena

1962, 1963 SC Motor Jena

1965 bis 1967 SC Motor Jena

1968 SC Motor Jena II

1970 BSG Carl Zeiss Jena
Feldhockey/weibl. Jugend 1951, 1967 BSG Motor Zeiss Jena


Die größten Erfolge der BSG Chemie Jena: Damen 1968 DDR-Vizemeister, Herren 1953 DDR-Vizemeister.
Bemerkenswert ist, dass die BSG Traktor Osternienburg aus der 3000-Einwohner- Gemeinde Osternienburg insgesamt 154 Meistertitel (von 320) errang (Damen, Herren, weibl. u. männl. Jugend, Kinder).

Die größten Erfolge der BSG Chemie Jena: Damen 1968 DDR-Vizemeister, Herren 1953 DDR-Vizemeister. Bemerkenswert ist, dass die BSG Traktor Osternienburg aus der 3000-Einwohner- Gemeinde Osternienburg insgesamt 154 Meistertitel (von 320) errang (Damen, Herren, weibl. u. männl. Jugend, Kinder).

Nationalspieler der DDR im Feld- und Hallenhockey vom 15.07.1950 bis 16.09.1990 aus Jena:
Dahmlos, Horst (73x) / Freiberger, Karl-Heinz (68x), Bahner / Klaus (66x) / Stephan, Rainer (63x) / Ehrlich, Dieter (61x) / Westphal, Rolf (48x) / Träumer, Klaus (34x) / Sikorski, Hans (29x) / Lessig, Rolf (23x) / Trillhoff, Kurt (17x) / Herrling, Gerhard (16x) / Krafczyk, Hans-Jürgen (15x) / Kessler, Herbert (12x) / Baerschneider, Heinz (7x) / Heyder, Kurt (6x) / Rabis, Helmut (6x) / Weber, Heinrich (6x, BSG Chemie Jena) / Opitz, Jochen (4x) / Wowra, Klaus (3x) / Hendrich, Walter (2x, BSG Motor Zeiss Jena) / Ahnert, Horst (1x, BSG Motor Zeiss Jena) / Dietze, Albrecht (1x, BSG Carl Zeiss Jena) / Richter, Dieter (1x) / Tobian, Siegfried (1x) / Viehrig, Roland (1x) – alle Spieler ohne oben genannten Vereinsnamen:SC Motor Jena.

Nationalspielerinnen der DDR im Feld- und Hallenhockey vom 15.06.1954 bis 07.07.1990 aus Jena:
Westphal, Helene (33x, Zeiss) / Wandelt, Herta (11x, Chemie) / Bornschein, Regina (7x, Zeiss) / Keller, Ursula (5x, Zeiss) / Otte, Brigitte (3x, Zeiss) / Teige, Gisela (1x, Zeiss).

Ausdruck des guten Hockeyspiels nach 1945 in Deutschland waren neben Gewinnen von Welt- und Europameistertiteln folgende Medaillengewinne bei Olympiaden: 1972/Gold in München (Herren), 1984/Silber in Los Angeles (Damen und Herren), 1988/Silber (Herren) in Seoul, 1992/Gold (Herren) und Silber (Damen) in Barcelona, 2004/Bronze (Herren) und Gold (Damen) in Athen.
Nennenswert die Teilnahme der DDR-Hockey-Nationalmannschaft im Rahmen der letzten gesamtdeutschen Olympiamannschaft 1964 in Tokio (5. Platz), sowie die Teilnahme zweier deutscher Mannschaften 1968 in Mexiko mit dem einzigen von der FIH als offiziell geführten Länderspiel anlässlich der dortigen Vorrunde (BRD : DDR – 3:2, Platzierungen am Ende: BRD 4. Platz, DDR 11. Platz). Diese Platzierung der DHSV-Mannschaft war unter anderem Anlass, die Förderung des Hockeysports in der DDR durch DTSB und staatliche Stellen drastisch zu reduzieren. Eigentliche Ursache war eine Zweiteilung des DDR-Sports in „medaillenträchtige“ und besonders geförderte Sportarten auf der einen Seite und mehr oder weniger geduldete Sportarten (z.B. Hockey, Basketball, Wasserball, Reiten, Fechten, …) auf der anderen Seite.

1982     Umbenennung BSG Chemie Jena in BSG Jenapharm Jena
1989     Umbennung BSG Jenapharm Jena in SV Jenapharm Jena e.V. (10.07.1990)
1990     Umbennung BSG Carl Zeiss Jena in SV Carl Zeiss Jena e.V. (SV CZ erstes Vereinsfest 1995)
DHSV 1958 4000, 1964 4500, 1968 5000 und 1990 ca. 6000 Mitglieder in 60 Sektionen.

1990 (13.Oktober) Auflösung DHSV,
1990 (3. November) Aufnahme der ehemaligen DHSV-Vereine in den DHB.
1999 Verlust der Spielmöglichkeit des SV Jenapharm auf der „Gemeinschaftssportanlage Uni/Schott/Jenapharm“ wegen Rückübertragung der Anlage an die Universität. Trainings- und Spielbetrieb der Hockeyabteilungen des SV Carl Zeiss Jena und SV Jenapharm Jena im Ernst-Abbe-Sportfeld ohne Vertrag mit der Stadt Jena.

2002 SSC Jena e.V. („Sport- und Sozial Club Jena e.V.“, Gründung: 09.12.2002 in „Talschänke“).

Die Gründung des SSC Jena e.V. basiert auf dem Zusammenschluß der Hockeyabteilungen des SV Carl Zeiss Jena e.V. und eines Teils (75% der aktiven Hockeysportler) des SV Jenapharm Jena e.V. mit dem Hauptziel eine eigene Kunstrasensportanlage in der Theobald-Renner-Str. (ehem. „Med-Club“) zu schaffen und damit einen wesentlichen Grundstein für erneute große sportliche Erfolge des Jenaer Hockeysportes für die Zukunft zu legen.
Gründungsmitglieder des SSC Jena e.V.: R. Drechsler, R. Partschefeld, M. Elle, L. Schmidt, T. Schöttke, M. Krüger, B. Krüger.

3/2003 Erbaupachtvertrag

4/2003 erster Arbeitseinsatz, Baubeginn Kunstrasenplatz Herbst 2003.

1. Mitgliederversammlung und Wahl des Vorstandes des SSC Jena e.V. am 05.05.2003:
1. Vorsitzender - Ralph Partschefeld / 2. Vorsitzender - Lars Schmidt / Finanzen - Peter Ryßel, Kerstin Schotten, Tamara Schöttke / Materialwart - Fabian Matz / Pressesprecher - Harald Letsch / Marketing - Sebastian Kersten / Jugendwart - Alexander Schlenzig).
8/2004 Fertigstellung Kunstrasensportanlage (= 2. Hockey-Kunstrasensportanlage in Thüringen).
25.05.2005 1. Pressekonferenz zur Einweihung der neuen SSC-Sportanlage.
28.05.2005 offizielle Einweihung der Anlage.

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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 26. August 2015 um 20:01 Uhr